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Kartierung von Orchideenvorkommen

 

Bisher wurde im AHO-Thüringen die Datenerfassung im Programm INKA durchgeführt. Diese Software ist inzwischen stark veraltet und nicht mehr unter den neuen Betriebssystemen im vollen Umfang lauffähig.

Dies hatte sich schon seit längerer Zeit gezeigt, deshalb wurde zur Eingabe für alle Kartierer ein Excel-Blatt erarbeitet, das die Datenerfassung ermöglichte und eine Übernahem in die zentrale Datenbank zuließ.

Auch dieses Excelblatt hatte seine Nachteile, konnte doch nur in Gauß-Krüger-Koordinaten eingegben werden und eine Berechnung des MTB und der jeweiligen Quadranten fand nicht statt. Dies musste in der Kartierungsstelle mühevoll nachgearbeitet werden.

Inzwischen ist – vor allem auf Anregung des AHO Thüringen – für alle AHO’s Deutschlands, die sie nutzen wollen, vom AHO Bayern eine Eingabesoftware erarbeitet worden, die viele der Nachteile beseitigt. So können z.B.

·         die Koordinaten in verschiedenen (gängigen) Koordinatensystemen eingegeben werden,

·         die Eingabe auf einer Karte überprüft werden,

·         die Eingabe auch durch Setzen eines Punktes auf dieser Karte erfolgen,

·         die Meldung direkt per Email an die Kartierungsstelle gesendet werden

Die Eingabemaske kann unter

http://www.aho-bayern.de/kartierung/formular_ahos.php

aufgerufen werden.

Benutzeranleitung zur Verwendung des Online-Kartierungsformulars.

 

Kartierung

ist ein Thema, dass in der Satzung unseres Vereins einen sehr hohen Stellenwert inne hat, ja es stellt sogar eine der Hauptaufgaben dar, wenn es um die Erhaltung und das Verstehen unserer Heimischen Orchideen geht. Vorrangig gilt der Grundsatz:

„Nur was bekannt ist, kann auch geschützt werden!“


Immer wieder werden wir mit der Aussage konfrontiert: „Da wird schon wieder etwas gebaut, ein Objekt eingerichtet, eine Wiese aufgeforstet,...., wo doch genau bekannt ist, dass dort ein bedeutendes Vorkommen von Orchis ..., Ophrys ... usw. ist“. Leider müssen wir dann in den meisten Fällen antworten, dass zwar das Vorhaben im Rahmen der Mitwirkungshandlungen an uns zur Stellungnahme herangetragen wurde, aber unsere Fundortdatei keine Einträge dazu enthielt. Und so war auch keine entsprechende Stellungnahme möglich. Vielfach erhalten wir dann die Antwort: „Na, das ist doch schon lange bekannt, usw.“, was durchaus in vielen Fällen stimmt, nur leider war der Fundort eben nicht gemeldet und in der Datei vermerkt, es lag in der Geschäftsstelle oder beim Mitarbeiter, der mit der Stellungnahme beauftragt wurde oder beim Leiter der Regionalsektion keine entsprechende Kenntnis vor. Unsere Fundortdatei ist die wichtigste Grundlage für die §-29-Arbeit des Vereins und damit für unser Hauptanliegen, die Heimischen Orchideen vor einer weiteren Dezimierung zu schützen.

Neben der Tatsache, dass auch heute noch bedeutende Vorkommen in unserer Datei aus Gründen heraus, dass sich einer auf den anderen verlässt, nicht aufgenommen sind, steht natürlich auch zu berücksichtigen, dass unsere Natur nichts Statisches ist, sie einer ständigen Veränderung unterliegt (z. B. natürliche Vegetationsentwicklung) und direkte oder indirekte Einflüsse des Menschen wirksam werden. Manche Orchideenvorkommen gehen zurück oder verschwinden ganz, andere dagegen werden aus kleinen Vorkommen heraus größer und erlangen eine andere Bedeutung oder -  wie in den vergangenen Jahren z. B. bei der Bocks-Riemenzunge - es werden Neufunde gemeldet.

So wird es immer dabei bleiben, dass unsere Daten aktualisiert werden müssen. Es ergeht an dieser Stelle nochmals der dringende Aufruf an unsere Mitglieder, nicht nur die Vorkommen unserer Orchideen aufzusuchen, sondern sich auch Notizen dazu zu machen und diese dann in Form der bekannten Fundortmeldungen an die Mitarbeiter der Kartierungsarbeitsgruppe weiterzuleiten.

Bekanntlich haben wir ja die Kartierungsarbeit dezentralisiert, d.h. in den Regionalsektionen sind Mitarbeiter mit der Kartierung beauftragt, die dann die von unseren AHO-Mitgliedern gemeldeten Fundorte in die Datei eintragen und in der Kartierungszentrale des AHO werden dann diese gesammelten Daten zusammengefasst. Diese Mitarbeiter sind hier nochmals aufgelistet. Daten können also an alle diese Mitarbeiter übergeben werden und werden dann in unsere Gesamtdatei eingegeben.

 

Als Beispiel für eine Verbreitungsübersicht wird hier die Karte der Sumpf-Stendelwurz  (Epipactis palustris) in Thüringen gezeigt.


Manchmal werden wir auch immer noch mit Vorbehalten bezüglich der Weitergabe von Daten konfrontiert. Da heißt es, dass durch das Bekanntwerden ein verstärkter „Orchideentourismus“ einsetzt bis hin zu der Unterstellung, dass dann Ausgrabungen erfolgen.

Wir denken, dass diese Meinung wohl inzwischen weitgehend überholt ist. Allerdings werden auch jetzt noch Ausgrabungen beobachtet, die aber wohl in den seltensten Fällen auf die Kartierungsarbeit des AHO zurück zu führen sind.

Vielmehr ist es doch in erster Linie fehlende oder falsche Bewirtschaftung, die zum Rückgang vieler Arten geführt hatund auch heute noch führt.

Dagegen muss allerdings kritisch auf teilweise organisierten Massentourismus zum Aufsuchen von Wuchsarten seltener Arten verwiesen werden, der oft keineswegs schonend mit den Standorten undf den Pflanzen umgeht!

Da seit der Veröffentlichung der Anleitung zur Orchideenkartierung bereits eine Reihe von Jahren vergangen ist und der eine oder andere den entsprechenden Rundbrief des AHO Thüringen nicht mehr griffbereit hat und außerdem auch neue Mitglieder zu uns gestoßen sind, möchten wir hier diese Anleitung in einer etwas aktualisierten Form nochmals wiedergeben.

 

Anleitung zur Kartierung von Orchideenfundorten

1.    Ziel der Kartierung, zentrales Anliegen

 

Die Kartierung soll:

·         Für Naturschutz und Wissenschaft eine möglichst genaue Übersicht über die gegenwärtige und historische Verbreitung der Orchideen in Thüringen erfassen und dokumentieren.

·         Daten nachvollziehbar sichern.

·         Alle Meldungen über die Fundorte von Orchideen erfassen, verwalten und auswerten.

 

Das heißt im Einzelnen:

Für die Belange des Naturschutzes ist die Kenntnis jedes Fundortes von Orchideen wesentlich. Bei der Beurteilung von landschaftsverändernden Maßnahmen, Bauvorhaben usw. kann in die Bewertung nur einbezogen werden, was bekannt ist.

Die Verbreitung der Orchideen ist immer durch das Wirken des Menschen geprägt, die Kenntnis der historischen Verbreitung, die Entwicklung von Fundorten (positiv und negativ) gibt Aufschlüsse über Einflussfaktoren auf die Entwicklung von Populationen, die Wachstumsfaktoren, Umwelteinflüsse und dergleichen. Deshalb ist nicht nur ein einmaliger Nachweis der Pflanzen von Bedeutung, sondern auch die in Abständen wiederholte Beobachtung. Ergänzende Angaben zur Begleitflora, zu den Standortverhältnissen und dergl. sind wünschenswert.

Letztlich lässt sich so auch die Lebensweise der Orchideen besser verstehen. Damit werden die Voraussetzungen geschaffen, gezielte Schutz- und Pflegemaßnahmen einzuleiten und diese schöne Pflanzenfamilie zu erhalten. In der Folge werden damit weitgehend naturnahe Lebensräume erhalten und ein Stück Lebensqualität für den Menschen bewahrt.

Dokumentieren heißt, dass die Daten möglichst zweifelsfrei und nachvollziehbar vorgelegt werden und darauf aufbauend ausgewertet werden können. Deshalb sind Originalmeldungen der Finder unbedingt erforderlich (d.h. Meldebögen oder andere schriftliche Übergabe). Diese werden archiviert.

Für die Verarbeitung der Fundortdaten hat sich der AHO Thüringen entschieden, das Kartierungsprogramm „INKA“ von Dr. H. Kretzschmar/Bad Hersfeld (www.orchideen-kartierung.de) zu verwenden, das eine umfassende Datenerfassung und gezielte Auswertung ermöglicht. In der dezentralisierten Erfassung von Kartierungsangaben in den Regionalsektionen wird dieses Programm ebenfalls eingesetzt.

 

2.    Fundorte

Fundortdefinition:

Die Fundorte von Orchideen sind gekennzeichnet durch den Nachweis von einer oder mehreren Orchideenpflanzen, einer oder mehrerer Orchideenarten an einem durch Koordinatenangaben geografisch definierbaren Ort im Gelände.

Die Angaben sollen vom Grundsatz her so genau sein, dass sie das Wiederauffinden im Gelände problemlos ermöglichen.

Zu jeder Fundortangabe gehört unbedingt die Angabe des Datums des Fundes (mindestens das Jahr) und die Angabe des Finders/Melders.

 

3.    Fundorterfassung / Kartierung

Im Zeitalter der genauen Ortsbestimmung mittels Global Positioning System ist man nicht mehr auf die mehr oder weniger ungenaue  Erfassung der Koordinaten aus der Lokalisierung des Fundortes mit Karte und Geländeattributen angewiesen.

Koordinatenbestimmung mit GPS ermöglichen heute

·         spezielle kleine, handliche Geräte, die ausschließlich dafür vorgesehen sind,

·         in Smartphones eingebaute GPS-Module oder auch

·         in Kameras eingebaute Module, die bei der Aufnahme die Koordinaten des Aufnahmeortes mit der Bilddatei speichern.

 

 

4.    Literaturauswertungen

Der größte Teil der Literaturauswertung ist in der Vergangenheit erfolgt, so dass aus historischen Quellen nur selten noch Ergänzungen aufgefunden werden.

Sollte aber weitere – auch neuere – Literatur bekannt werden, ist diese ebenfalls in die Meldungen (mit Angabe der Quelle) aufzunehmen.

 

Eine ausführliche Darstellung zu der gesamten Problematik der Orchideenkartierung in Thüringen ist in „Thüringens Orchideen“ zu finden. Den entsprechenden Abschnitt können Sie hier herunterladen

 


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© im Auftrag des AHO Thüringen: Hermann Voelckel, 2016