Herbst-Wendelorchis, Herbst-Drehwurz
Spiranthes spiralis
Orchidee des Jahres 2001
RLT: 1
RLD: 2
Die Herbst-Wendelorchis beschließt den Blütenreigen der heimischen Orchideen im Jahresverlauf mit der Blüte inzwischen ab Mitte August.
Es handelt sich um eine sudmediterran-subatlantische Art, die von Nordafrika und Irland bis zum Kaukasus vorkommt. Die Vorkommen in Deutschland markieren in Mitteleuropa die Nordgrenze der Verbreitung). Sie liegen vor allem im Süden (Alpenvorland, Schwäbische Alb, Odenwald) und in der Mitte; in Norddeutschland war die Art schon immer selten. In Thüringen waren vor allem die Buntsandstein-Hügelländer sehr zerstreut besiedelt, doch sind alle diese Vorkommen (in West-, Mittel und Ostthüringen erloschen). Heute bestehen wohl nur noch fünf Vorkommen, die teilweise jedoch recht individuenreich sind.
Die kleine, unscheinbare Art ist wie keine andere auf abgestimmte Schafbeweidung angewiesen. Sie wächst auf oberflächlich versauerten relativ trockenen bis wechselfrischen, mageren Lehm- und Sandböden; selten auf basenreichen, meist kalkarmen Böden; Biotope sind Silikat-Magerrasen, Zwergstrauchheiden, Borstgrasrasen, Trocken- und Halbtrockenrasen, Magerweiden (besonders Schafweiden).
Mit dem Rückgang der (durch Hütehaltung bewirtschafteten) Schaftriften ist auch die Herbst-Wendelorchis stark zurückgegangen. Obwohl alle noch existierenden Vorkommen in Schutzgebieten liegen, ist durch die oft fehlende Beweidung (notwendig ist ein bis zu dreimaliges intensives Abhüten pro Jahr außerhalb der Blütezeit) eine Erhaltung nicht sicher. Ersatzweise muss dann gemäht werden.
Galerie
- Schafbeweidung - nicht gerade während der Blütezeit - is für die Art unbedingt erforderlich
- Gruppenbildung, deutlich sind die gedrehten Blütenstände erkennbar
- Einzelblüten
- Spiranthes spiralis wächst häufig in Gruppen
Verbreitungskarte von Spiranthes spiralis in Thüringen



