Brand-Knabenkraut
Neotinea ustulata (Orchis ustulata)
Orchidee des Jahres 2005
RLT: 2
RLD: 3
In einem relativ großen Areal kommt das Brand-Knabenkraut in weiten Teilen Europas (es erreicht auch das südliche Skandinavien und das Baltikum), daneben in Nordafrika und Westasien vor. In Deutschland gibt es vor allem im Süden Vorkommen, die in Thüringen markieren mit denen im Süden Sachsen-Anhalts die nördliche Grenze seiner Verbreitung.
Das Brand-Knabenkraut sieht aus der Nähe betrachtet wie eine kleine Ausgabe des Purpur-Knabenkrauts aus. Wie das nahe verwandte Dreizähnige Knabenkraut (Neotinea tridentata) bildet es Winterblattrosetten aus, d.h. das Laub (Grundblattrosette) treibt bereits im Spätherbst aus und ist über den Winter vorhanden. Die Pflanze ist meist zierlich und klein; in hoher Vegetation fällt sie kaum auf. Mit ihrer Verwandten bildet sie in einigen Fällen farbintensive Hybriden.
In Thüringen ist das Brand-Knabenkraut inzwischen eine Seltenheit: Vorkommen gibt es in den Zechsteingürteln am Südharz und am Kyffhäuser sowie im Bereich des Wipperdurchbruchs; im Mittleren Saaletal von Saalfeld bis Jena ist es sehr selten geworden.
Besiedelt werden Halbtrockenrasen und magere Frischwiesen auf basenhaltigen Böden. Die Art ist sehr konkurrenzschwach, weshalb sie nach Aufgabe der Mahd oder Beweidung sehr schnell verschwindet.
Die Einstufung in der aktuellen Roten Liste Thüringens gibt nach unserer Einschätzung trotz weniger individuenreicher Vorkommen die tatsächliche Gefährdung nicht mehr wirklich wieder.
In Nordthüringen gibt es eine spätblühende Sippe, die auch hochwüchsiger als die Nominatform ist. Sie wird als subsp. oder var. aestivalis bezeichnet.
Galerie
Neotinea ustulata – Verbreitung in Thüringen


