Weißzunge, Weiße Höswurz
Pseudorchis albida
RLT: 1
RLD: 3
Die Alpen-Weißzunge siedelt in den Gebirgen und borealen Gebieten Europas, ihr Areal setzt sich nach Osten bis nach Sibirien und Kamtschatka fort. Die Vorkommen in Deutschland beschränken sich auf die Alpen und einige Mittelgebirge; im Hügelland ist die Art seit langer Zeit erloschen. Auch in Thüringen sind die ehemals vorhandenen Wuchsorte außerhalb des Gebirges (Ostthüringer Buntsandsteingebiet und Vorländer des Thüringer Waldes) schon lange nicht mehr besetzt; die Art beschränkt sich auf den Thüringer Wald und vor allem das Schiefergebirge.
Dort wächst sie in kurzrasigen Bergwiesen, vor allem in Borstgrasrasen, gern zusammen mit der Bärwurz. Mittlerweile liegen fast alle Vorkommen in Schutzgebieten und werden aufwändig gepflegt, oft auch von ehrenamtlichen Naturschützern. Von ehemals 94 besetzten Kartierungsrastern waren um 1990 nur noch acht vorhanden. Um das Jahr 2000 wurde die Art in 10 bis 12 Wuchsorten angegeben; durch intensive ehrenamtliche Pflege und Betreuung konnte der Bestand zwischenzeitlich erhöht werden. Nach dem Jahr 2020 gab es jedoch einen erneuten Einbruch, verursacht durch extreme Trockenheit auch auf den Bergwiesen und Schäden durch Schwarzwild. Die Art ist wahrscheinlich ein Verlierer des Klimawandels.
Galerie
- Es gibt in Thüringen noch ein Vorkommen mit > 100 Pflanzen in einem "guten" Jahr
- die blüten sind extrem klein (unter 5 mm)
- Typische Begleitpflanze ist meum athamanticum (Bärwurz)
aktuelle Verbreitungskarte von Pseudorchis albida in Thüringen


