Dichtblütige Händelwurz
Gymnadenia densiflora
RTL: 3
RLD: 3
Die Dichtblütige Händelwurz wurde in der Vergangenheit und wird auch heute noch von vielen Autoren als Unterart der Großen Händelwurz geführt (Gymnadenia conopsea subsp. densiflora). Ihre tatsächliche Eigenständigkeit wurde erst in den letzten 15 Jahren deutlich – mit dem Einsatz moderner genetischer Untersuchungsmethoden und biostatistischer Auswertung, die es ermöglichten, phylogenetische Zusammenhänge in der Orchideensystematik zu verdeutlichen.
Die Art ist im Gelände bei Benutzung morphometrischer Untersuchungen (einer Kombination von Blüten- und vegetativen Merkmalen) gut abtrennbar – ein Aufwand, den jedoch sicher nicht jeder Feldbotaniker betreiben kann. Wenn beide Arten gemeinsam im Biotop vorkommen, blüht Gymnadenia densiflora mindestens zwei Wochen später als G. conopsea. Im Regelfall ist die Dichtblütige Händelwurz deutlich größer und blütenreicher als die Große Händelwurz, die Blätter sind deutlich breiter und die Pflanze duftet intensiver (nach Gewürznelken). Unter Umständen ist es jedoch kaum möglich, einzelne Individuen einer der beiden Gymnadenia-Arten zuzuordnen. Das Erkennen von G. densiflora im Gelände wird weiter erschwert durch die enorme Variabilität beider heimischer Händelwurz-Arten und die Tatsache, dass mehrere Morphotypen/Phänotypen/evolutionäre Einheiten aus der Gattung Gymnadenia miteinander vergesellschaftet sein können (s.a. bei Gymnadenia conopsea).
Die Dichtblütige Händelwurz ist in weiten Teilen Europas von Spanien über England, Skandinavien und Baltikum bis nach Russland zu finden.
Im Allgemeinen wird die Dichtblütige Händelwurz als Sippe der Kalkflachmoore oder Hangquellmoore bezeichnet. Sie kommt allerdings auch – dann gern mit ihrer Schwesterart – in den Wacholderheiden und Kalkmagerrasen der Vorderrhön und des Grabfeldes, in nordexponierten Glatthaferwiesen oder sogar in Halbtrockenrasen vor.
Aufgrund ihrer nicht einfachen Bestimmung ist die Kenntnis über die aktuelle Verbreitung lückig. In den Muschelkalkgebieten Thüringens sowie in den Flachmooren im Thüringer Becken ist sie regelmäßig gefunden worden.
Galerie
- die Blüten sind nicht wesentlich verschieden von Gymnadenia conopsea
- .. und dichtblütig (Dichtblütige Händelwurz)
- die Pflanzern sind meist sehr kräftig …
- Dichtblütige Händelwurz: sie haben meist kräftige, breite Blätter
- die Art wächst meist in Feuchtwiesen
Verbreitungskarte von Gymnadenia densiflora




