Purpur-Knabenkraut
Orchis purpurea
Orchidee des Jahres 2013
RLT: -
RLD: V
Das Purpur-Knabenkraut besitzt seine Hauptverbreitung in Europa, kommt aber auch im Nahen Osten vor. Unterarten besiedeln Nordafrika, die Krim und das Kaukasusgebiet. In Deutschland gibt es ein zusammenhängendes Verbreitungsgebiet, das von Südniedersachsen, Thüringen, Süd-Sachsen-Anhalt nach Süden bis nach Baden-Württemberg reicht.
Es ist eine sehr attraktive Orchideenart, die bis zu 70 oder 80 cm hoch werden kann und durch seine intensive Blütenfärbung auffällt. Der Helm ist – anders als beim nahe verwandten helm-Knabenkraut – dunkelpurpurn bis schwarzbräunlich gefärbt, die Lippe deutlich heller mit Seitenlappen. Die Art ist in ihrem Erscheinungsbild ziemlich variabel; ganz selten sind rein weiße Blüten.
Das Purpur-Knabenkraut ist keine Wiesenpflanze, auch wenn es häufig in Magerrasen anzutreffen ist. Den Schwerpunkt seiner Verbreitung bilden lichte Gebüsche und Wälder, wo es große Bestände bilden kann. Nimmt die Beschattung zu (wie in lichten Buchenwäldern), bleibt die Blüte aus und nur die charakteristischen großen Blattrosetten sind noch zu finden.
Die Art ist an Kalk gebunden und kommt demzufolge in Thüringen vor allem in den Muschelkalkgebieten vor: im Mittleren Saaletal von der Landesgrenze bis nach Rudolstadt, um Arnstadt, im Werrabergland Westthüringens, aber auch in der Hainleite und den Meininger Kalkplatten sowie in der Vorderrhön.
Eine ständige Gefährdung besteht durch die moderne Waldbewirtschaftung, hauptsächlich durch das Anlegen von Harvester-Trassen.
Da es leichte Rückgangstendenzen gibt, wurde es in die „Vorwarnliste“ zur Roten Liste in Thüringen eingestuft.
Galerie
- Einzelblüten des Purpur-Knabenkrauts
- albinotische Form (sehr selten)
- Stattliche Vorkommen gibt es auch in Mischwäldern
- attraktive Solitärgruppe
Verbreitungskarte von Orchis purpureafür Thüringen



