Sumpf-Stendelwurz
Epipactis palustris
Orchidee des Jahres 1998
RLT: 2
RLD: 3
Die Sumpf-Stendelwurz ist in der gemäßigten (temperaten) und submeridionalen Zone von Westeuropa bis nach Zentralasien verbreitet und kommt in Deutschland in allen Bundesländern vor, vor allem im Alpenvorland, in den Mittelgebirgen und im Norddeutschen Tiefland. In Thüringen gibt es noch sehr zerstreute Vorkommen im Thüringer Becken, in der Umgebung von Arnstadt, Jena-Rudolstadt und Südthüringen (Rhön, Zechsteingebiet).
Sie ist durch eine abweichende Färbung leicht von den anderen Arten der Gattung Epipactis zu unterscheiden. Die Art wird von Insekten bestäubt (Allogamie).
Ihre Vorkommen liegen in Moor- und Feuchtwiesen, Flach- und Hangquellmooren, selten auch in feuchten Waldlichtungen und befinden sich über kalkreichem Untergrund. Einige Wuchsorte stellen auch Sekundärstandorte (Tongruben, aufgelassene Tagebaue und Absetzbecken von Flotationsrückständen) dar.
Den starken Rückgang haben vor allem die Entwässerung der Niedermoore und die Nutzungsaufgabe von früher zur Streunutzung gemähten Quellmooren und Nasswiesen verursacht.
Ein großer Teil der noch verbliebenen Vorkommen sind heute in Schutzgebieten formell gesichert, was aber keinen Schutz vor der Auflassung und dem Verschwinden in der konkurrenzstärkeren Vegetation bedeutet. Die Wuchsorte müssen weiter durch Mahd erhalten werden! Entscheidend ist jedoch auch das Wasserregime an den Wuchsorten – eine weitere Austrocknung muss verhindert werden, will man die attraktive Orchideenart weiterhin in Thüringen erhalten.
Galerie
- Epipactis palustris in einem Flachmoor
- Epipactis palustris
- Epipactis palustris
Verbreitung von Epipactis palustris in Thüringen


